Foto: Claas-Hendrik Hess, Ole Plambeck, Magdalena Finke und Stefan Bohlen
Kaltenkirchen – Was passiert, wenn der Strom mehrere Tage ausfällt, wichtige Infrastruktur durch Sabotage beschädigt wird oder Drohnen zur Gefahr werden? Und was können wir selbst tun, um vorbereitet zu sein? Auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Ole Plambeck kamen am Freitag, 2. Oktober, 150 Gäste in die Feuerwache Kaltenkirchen. Unter den 150 Gästen waren viele Vertreter der Hilfsorganisationen, wie z.B. THW, DRK, DLRG und der Feuerwehren sowie auch aus der Kreisverwaltung und den Stadt-, Gemeinde- und Amtsverwaltungen aus der Region dabei. Auch viele Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung von Ole Plambeck.
Plambeck organisierte und moderierte den Abend mit Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke, Kaltenkirchens Bürgermeister Stefan Bohlen und Stadtwehrführer Claas-Hendrik Heß.
Nach der Begrüßung und der Einführung in das Thema durch Ole Plambeck erläuterte Magdalena Finke in ihrer Rede die Vorbereitung des Landes auf Krisen und Katastrophen. Dazu gehören Notstromaggregate für die Kreise und kreisfreien Städte, die Absicherung der Kraftstoffversorgung für Einsatzkräfte und Notfallinfopunkte als Anlaufstellen für die Bevölkerung. Dort können Menschen bei einem Ausfall der Telefonnetze Informationen erhalten und in lebensbedrohlichen Situationen Hilfe anfordern.
„Bei einem länger andauernden Stromausfall müssen wir unsere Einsatzkräfte handlungsfähig halten und die lebenswichtige Versorgung möglichst aufrechterhalten. Dazu gehören Notstrom und Kraftstoff ebenso wie verlässliche Informationen für die Bevölkerung. Auf diesen Grundlagen bauen wir unsere Vorsorge weiter aus", so Finke.
Die Innenministerin stellte außerdem die Informationskampagne „KommKlar SH" vor. Das Land empfiehlt jedem Haushalt, sich im Ernstfall mindestens 72 Stunden selbst versorgen zu können. Ein Vorrat für zehn Tage bietet zusätzliche Sicherheit. Die Kampagne vermittelt dazu praktische Hinweise von Trinkwasser und haltbaren Lebensmitteln über notwendige Medikamente bis zu einem batteriebetriebenen Radio.
„In den ersten Tagen einer Katastrophe müssen sich die Einsatzkräfte auf akut bedrohte Menschen und die Stabilisierung wichtiger Infrastruktur konzentrieren. Wer zu Hause vorsorgt, hilft deshalb auch anderen. Mit ‚KommKlar SH' zeigen wir, wie sich diese Vorbereitung Schritt für Schritt im Alltag umsetzen lässt", erklärte Finke.
Auch der Schutz vor Sabotage und gefährlichen Drohnen war Thema des Abends. Finke verwies auf die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden und den Ausbau der Drohnenerkennung und -abwehr. „Wir müssen verdächtige Drohnen früh erkennen, die Gefahr überprüfen und schnell reagieren können. Dafür brauchen wir geeignete Technik, klare Zuständigkeiten und einen engen Austausch mit den Betreibern unserer kritischen Infrastruktur."
In der anschließenden Podiumsdiskussion richtete Plambeck den Blick auf die Kommunen und direkt an die Bürgerinnen und Bürger. Wie bleibt eine Stadt- oder Amtsverwaltung arbeitsfähig? Wie erreichen Informationen die Menschen, wenn Handy und Internet ausfallen? Und wie werden diejenigen unterstützt, die auf besondere Hilfe angewiesen sind?
Bürgermeister Stefan Bohlen beschrieb die Anforderungen an die kommunale Vorbereitung: „Für eine Stadt müssen im Ernstfall ganz praktische Fragen geklärt sein: Wer übernimmt welche Aufgabe? Wie erreichen wir die Menschen? Und wo bekommen sie Hilfe? Dabei müssen wir besonders diejenigen im Blick behalten, die sich nicht allein versorgen können. Solche Abläufe müssen vorbereitet und geübt werden. Kaltenkirchen ist bei den Themen bereits sehr weit und hat Notfallinfopunkte eingerichtet".
Stadtwehrführer Claas-Hendrik Heß erläuterte die Perspektive der Feuerwehr: „Auch unsere Einsatzkräfte und ihre Familien sind von einem Stromausfall betroffen. Wir brauchen deshalb eine verlässliche Versorgung unserer Standorte, funktionierende Kommunikation und ausreichend Kraftstoff. Gleichzeitig hilft es uns, wenn die Menschen ihren nächsten Notfallinfopunkt kennen und sich zu Hause auf einige Tage ohne die gewohnte Versorgung einstellen."
Die Gäste beteiligten sich mit Fragen und eigenen Beiträgen. Für Plambeck zeigte die große Resonanz, wie sehr das Thema die Menschen in der Region beschäftigt. „150 Gäste sind meiner Einladung gefolgt. Viele möchten wissen, was im Ernstfall funktioniert und was sie selbst vorbereiten können. Die Fragen und Anregungen aus diesem Abend nehme ich mit in meine parlamentarische Arbeit in Kiel."
Die gemeinsame Schlussfolgerung des Abends: Jeder Einzelne kann zur Krisenvorsorge beitragen. Sich informieren, über mögliche Ausfälle sprechen, Vorräte anlegen und auf Menschen in der Nachbarschaft achten – all das hilft, schwierige Situationen besser zu bewältigen.
Plambeck dankte den Podiumsgästen, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie der Feuerwehr Kaltenkirchen für ihre Gastfreundschaft. Sein besonderer Dank galt den haupt- und ehrenamtlichen Kräften: „Sie bereiten sich auf Situationen vor, von denen wir alle hoffen, dass sie nie eintreten. Dafür verdienen sie unsere Unterstützung."
Informationen und praktische Hinweise zur persönlichen Vorsorge gibt es unter www.schleswig-holstein.de/kommklarsh.